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Gnesen für Menschen mit Behinderung.

Barrierefreiheit der Gnesener Bronzetür.

Der Gnesener Dom mit dem Rollstuhl.

Lohnt sich ein Besuch in Gnesen?

Ausflug nach Gnesen

Denkmal des ersten polnischen Königs Bolesław Chrobry

In Gnesen begann die Geschichte unseres Staates. Hier wurden die ersten polnischen Könige gekrönt, und deshalb musste diese Stadt früher oder später zu einem Ziel meiner Reise werden. Die Gelegenheit ergab sich während meines Aufenthalts in Posen, denn von der Hauptstadt Großpolens bis zur ersten Hauptstadt Polens sind es nur 55 km.
War Gnesen eine behindertenfreundliche Stadt? Nach einigen Stunden Aufenthalt hier kann ich sagen, dass es definitiv noch einiges zu verbessern gibt. Besonders enttäuscht war ich vom Grad der Barrierefreiheit der Kathedrale und ihrer unmittelbaren Umgebung. Dem Museum der Anfänge des polnischen Staates kann ich hingegen keinerlei Vorwürfe machen.

Gnesen – die erste Hauptstadt Polens im Rollstuhl

Gnesen ist eine der wichtigsten Städte auf der Landkarte der polnischen Geschichte. Jeder, der sich für die Geschichte Polens interessiert, sollte diesen Ort mindestens einmal im Leben besuchen. Die Stadt ist relativ überschaubar, sodass sich die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten in geringer Entfernung voneinander befinden.

Bei einem Spaziergang durch die Straßen von Gnesen kann man historische Bürgerhäuser, den stimmungsvollen Marktplatz und zahlreiche Bezüge zur Legende von Lech, Czech und Rus bewundern. Charakteristische Hasen- und Adlerskulpturen sowie viele historische Elemente sorgen dafür, dass selbst ein gewöhnlicher Spaziergang zu einem interessanten Erlebnis wird.

Für Rollstuhlfahrer ist es wichtig zu wissen, dass es im Zentrum stellenweise gepflasterte Flächen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gibt. Sie verhindern jedoch nicht die Besichtigung der Stadt, auch wenn das Fahren an manchen Stellen etwas mehr Kraft erfordert.

Museum der Anfänge des polnischen Staates – Geschichte modern präsentiert

In der Eingangshalle des Museums der Anfänge des polnischen Staates

Der erste Punkt meines Besuchs in Gnesen war das Museum der Anfänge des polnischen Staates. Bereits beim Betreten sieht man, dass es sich um eine moderne Einrichtung handelt, die auch für Menschen mit Behinderungen vorbereitet wurde.

Ein großer Vorteil ist der bequeme Zugang zum Gebäude. Vor dem Museum befindet sich ein großer Parkplatz mit mehreren Behindertenparkplätzen. Der Eingang ist entsprechend angepasst und die Fortbewegung zwischen den einzelnen Bereichen der Ausstellung bereitet keinerlei Schwierigkeiten. Die breiten Säle und Durchgänge ermöglichen ein problemloses Manövrieren mit dem Rollstuhl, und die gut vorbereiteten Wege innerhalb des Museums erlauben es, alle Ausstellungen in Ruhe zu besichtigen. Dadurch konnte ich mich auf das konzentrieren, was am wichtigsten ist – die faszinierende Geschichte der Anfänge Polens kennenzulernen.

Was kann man im Museum der Anfänge des polnischen Staates sehen?

Ausstellungsraum im Museum in Gnesen

Die Ausstellungen wurden größtenteils auf traditionelle Weise gestaltet, also mit Reihen von Vitrinen voller Exponate. Anfangs war ich etwas verärgert, da viele Ausstellungsstücke Kopien waren. Später wurde es jedoch besser und viele Artefakte waren tatsächlich etwa tausend Jahre alt.

Während des Besuchs kann man unter anderem erfahren:

  • wie das Leben der ersten Piasten aussah,
  • wie sich der polnische Staat entwickelte,
  • wie die ersten Burgen und Siedlungen aufgebaut waren,
  • welche Bedeutung Gnesen für das gesamte Land hatte,
  • wie die ersten königlichen Krönungen abliefen.

Besonders gut gefallen hat mir die Verteidigungsmauer, die aus originalem Holz aus der Zeit vor über tausend Jahren gebaut wurde, sowie die beeindruckenden Gemälde aus verschiedenen Epochen. Die gesamte Ausstellung wurde auf eine verständliche und ansprechende Weise vorbereitet – sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Der Dom zu Gnesen – das Herz der polnischen Geschichte

Der Dom in Gnesen

Der zweite Ort, den ich während meines Aufenthalts in Gnesen unbedingt besuchen wollte, war der monumentale Dom zu Gnesen.

Schon von weitem beeindrucken die mächtigen Türme, die über der Stadt thronen. Genau hier wurden die ersten polnischen Könige gekrönt, und das Gotteshaus ist seit Jahrhunderten ein Symbol der nationalen Identität. Für jeden Geschichtsinteressierten ist dieser Ort geradezu ein Pflichtbesuch.

Zwischen dem Museum der Anfänge des polnischen Staates und dem Dom liegen etwa 800 Meter. Diese Strecke kann man durch den malerischen Park am See oder entlang einer belebten Straße zurücklegen, an der sich die Aufschrift "Gniezno" befindet. Wer den Weg durch den Park wählt, sollte auf unterschiedlich hohe Steigungen vorbereitet sein.
Die direkte Anfahrt zum Dom mit einem Rollstuhl erfordert die Hilfe einer Begleitperson, da sich die Kirche auf dem Lech-Hügel befindet, zu dem eine Straße mit einem deutlichen Gefälle führt.

Der Dom in Gnesen ist nicht für Menschen mit Behinderungen geeignet

Treppen im Dom von Gnesen verhindern die Zufahrt mit dem Rollstuhl zum Altar

Die Basilika der Primasen – das Heiligtum des heiligen Adalbert in Gnesen, so lautet der offizielle Name des Doms, ist für Rollstuhlfahrer nur eingeschränkt zugänglich. Der Zugang zum Innenraum ist über eine Rampe zu einer der Türen möglich. Allerdings befinden sich in der Mitte des Doms Treppen, die es Menschen mit Behinderungen unmöglich machen, den wunderschönen Altar aus nächster Nähe zu bewundern. Eine kleine Rampe würde die ästhetische Wirkung der Besichtigung sicherlich nicht beeinträchtigen, aber wie ich vom Personal erfahren habe, stimmt der Denkmalschutz trotz vieler Bemühungen verschiedener Gruppen nicht zu. Trotz dieser Einschränkung kann man weiterhin das beeindruckende Innere, die gotischen Gewölbe, zahlreiche Kapellen und wunderschöne Altäre bewundern.

Die größte Überraschung erlebte ich jedoch, als ich eine Eintrittskarte für die touristische Route durch den Dom in Gnesen kaufen wollte. Die Dame an der Kasse teilte mir mit, dass es keinen Sinn hätte, eine Eintrittskarte zu kaufen, da alle Attraktionen für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich seien. Ich hatte berücksichtigt, dass aufgrund des historischen Charakters des Gebäudes die Krypten und Aussichtstürme nur über Treppen erreichbar sein würden und Aufzüge dort schwer vorstellbar wären. Die fehlende Möglichkeit, die Gnesener Bronzetür zu sehen, war für mich jedoch sehr enttäuschend. Später erfuhr ich von einem weltlichen Mitarbeiter des Doms, dass Menschen mit Behinderungen nach dem Kauf einer Eintrittskarte ein spezielles Tor geöffnet wird, das in den Raum mit dem berühmtesten Schatz des Doms führt. Ich entschied mich jedoch gegen den Kauf einer Eintrittskarte nur für diese eine Sehenswürdigkeit, da ich bereits zwei Stunden zuvor im Museum der Anfänge des polnischen Staates eine Kopie der Tür gesehen hatte.

Was sind die Gnesener Bronzetüren?

Kopie der Gnesener Bronzetüren

Der größte Schatz des Doms sind die berühmten Gnesener Bronzetüren, die das Leben des heiligen Adalbert darstellen. Jede der achtzehn Szenen wurde mit außergewöhnlicher Präzision gefertigt und begeistert durch die Vielzahl an Details. Selbst wenn man zuvor Fotos gesehen hat, kann man erst vor Ort – auch wenn es sich um eine originalgetreue Kopie handelt – die Kunstfertigkeit der mittelalterlichen Künstler wirklich erkennen. Sie gehören zu den wertvollsten Denkmälern der romanischen Kunst in Europa.

Die Atmosphäre von Gnesen

Was ich neben dem beeindruckenden Dom, dem wunderschönen Altar und dem großen Denkmal des ersten polnischen Königs am meisten aus Gnesen in Erinnerung behalten habe, ist die außergewöhnlich ruhige Atmosphäre der Stadt. Hier gibt es nicht die Menschenmassen, die man von den größten polnischen Touristenattraktionen kennt. Man kann ohne Eile durch die Straßen spazieren, in Ruhe einen Kaffee trinken oder sich auf dem Marktplatz ausruhen. Für Menschen, die mit einem Rollstuhl unterwegs sind, ist dies ein großer Komfort. Der geringere Fußgängerverkehr erleichtert die Fortbewegung im Zentrum und ermöglicht eine entspannte Besichtigung.

Lohnt sich ein Besuch in Gnesen für Menschen mit Behinderungen?

Meiner Meinung nach eindeutig ja.

Das Museum der Anfänge des polnischen Staates hat mich mit seiner Modernität und Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer positiv überrascht. Es ist ein Ort, der die Geschichte Polens auf sehr interessante und fesselnde Weise vermittelt.

Der Dom zu Gnesen hingegen ermöglicht es, die besondere Atmosphäre der ersten Hauptstadt Polens zu spüren. Obwohl der historische Charakter des Gebäudes mit großen architektonischen Einschränkungen verbunden ist, lohnt sich ein Besuch allein wegen des außergewöhnlichen Altars und des beeindruckenden Innenraums.

Praktische Tipps für Rollstuhlfahrer

Wenn du eine Reise nach Gnesen planst und mit einer Behinderung unterwegs bist, solltest du einige Dinge beachten:

  • Überprüfe vorher die Öffnungszeiten der Sehenswürdigkeiten, damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt;
  • wähle möglichst einen bequemen Parkplatz in der Nähe des Zentrums, zum Beispiel am Museum;
  • stelle dich auf Abschnitte mit Kopfsteinpflaster und deutlichen Steigungen ein;
  • plane genügend Zeit für eine ruhige Besichtigung ein;
  • wenn du einen manuellen Rollstuhl benutzt, kann die Hilfe einer zweiten Person notwendig sein, besonders auf dem Weg zum Dom.

Zusammenfassung des Ausflugs nach Gnesen

Mein Aufenthalt in Gnesen war insgesamt sehr gelungen. Die Stadt hat mich mit ihrer Geschichte, der ruhigen Atmosphäre und den Orten begeistert, die jeder Pole mindestens einmal im Leben gesehen haben sollte. Den größten Eindruck hinterließ bei mir der monumentale Dom zu Gnesen mit seinem wunderschönen Altar. Sehr enttäuscht war ich jedoch über das Fehlen einer klaren und einheitlichen Information darüber, welche Bereiche des Doms für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind.

Wenn du einen Ort für einen Tagesausflug oder ein Wochenende suchst, dich für die Geschichte Polens interessierst und mit einem Rollstuhl unterwegs bist, verdient Gnesen definitiv einen Platz auf deiner Liste. Es ist eine Stadt, in der Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen und in der die Besichtigung ebenso faszinierend wie komfortabel sein kann.

Schriftzug Gniezno Kopie der Bärenskulptur vom Berg Ślęża Ausstellungsraum mit Exponaten im Museum der Anfänge des polnischen Staates Verteidigungsmauer aus der Zeit vor über 1000 Jahren Originaler Fußboden aus dem Dom in Gnesen Korridor mit den wichtigsten Daten zur Geschichte der Piasten-Dynastie Ausstellungsraum im Museum in Gnesen Mit einem Spangenhelm auf dem Kopf – einem frühmittelalterlichen Kegelhelm Beeindruckende Gemälde im Museum in Gnesen Restaurierter Eingang zur Kapelle Exponate im Museum Altar im Dom von Gnesen